Tauschen lohnt sich!

Meldungen über ausgelegte Giftköder häufen sich. Ob diese nun der Wahrheit entsprechen, oder ob sie nur Gerüchte sind – in jedem Fall sollte der Hundehalter in der Lage sein, seinem Vierbeiner Fressbares abzunehmen. Wie vor ein paar Wochen schon beschrieben, ist es kein sinnvoller Trainingsweg dem Hund einfach willkürlich Futter wegzunehmen. Besser man trainiert das Signal „Tauschen“ mit seinem Vierbeiner!

Das Ziel des Trainings

Beim Training des Signals geht es darum, dass der Hund lernt GERNE und FREIWILLIG alles abzugeben, was er gefunden hat. Wird es systematisch aufgebaut und lohnt sich das Verhalten für den Hund, dann wird er seinem Menschen zukünftig mit Freude alles zeigen, was er gefunden hat.

Versucht man hingegen dem Hund hingegen leckere Sachen einfach wegzunehmen, dann wird das 1-2 Mal gut funktionieren. Sobald der Hund jedoch gelernt hat, dass der Hundehalter eine potentielle Gefahr für das gefundene Futter darstellt, wird er versuchen es versteckt zu fressen und möglichst schnell zu schlucken.

1. Trainingsschritt

Im ersten Schritt des Trainings braucht man zwei Kaustangen. Im besten Fall ist eine davon sehr hochwertig für den Hund und die Andere nicht ganz so toll. Man gibt dem Hund die weniger tolle Kaustange und lässt ihn kurz darauf herumkauen. Dann bietet man dem Hund die bessere Kaustange an. Sobald er sein Maul öffnet, um die schlechtere Kaustange fallen zu lassen, sagt man das Signalwort „Tauschen“. (Man kann natürlich auch ein anderes Signalwort verlangen, solange man es nicht schon im Training verwendet hat bzw. es im Alltag sehr häufig vorkommt.) Dieses Training führt man einige Tage aus, bis der Hund immer schneller das Maul öffnet um die erste Kaustange fallen zu lassen.

2. Trainingsschritt

Im zweiten Schritt des Trainings arbeitet man wieder mit den zwei Kaustangen. Diesmal sieht der Hund die bessere Kaustange jedoch nicht mehr. Während der Hund kaut gibt man ihm das Signalwort „Tauschen“. Sobald er die andere Kaustange fallen lässt, bekommt er seine Belohnung –  die bessere Kaustange! Auch diesen Schritt übt man einige Zeit, bis die Reaktion des Hundes immer schneller erfolgt.

Funktioniert der zweite Schritt noch nicht so gut, dann sollte man den 1. Schritt noch ein bisschen länger trainieren.

3. Trainingsschritt

Der Hund hat nun gelernt Kaustangen zuverlässig abzutauschen. Nun muss das Verhalten noch generalisiert werden – also auf andere Situationen übertragen werden. Dazu sollte man zuerst noch innerhalb der Wohnung mit anderem Futter üben. Klappt das Verhalten zuverlässig mit unterschiedlichen Leckerbissen, dann kann man den Schwierigkeitsgrad langsam steigern und in anderen Situationen üben: zum Beispiel im eigenen Garten, oder, in weiterer Folge auch auf der Straße.

Anmerkungen

Diese Anleitung stellt nur EINE Möglichkeit dar, wie das Signal trainiert werden kann. Es gibt unzählige Weitere, die ebenso funktionieren würden 🙂 Je nach Hund bespricht man das Vorgehen am besten mit dem Trainer seines Vertrauens.

Die Variante mit den zwei Kaustangen klappt bei futtermotivierten Hunden zumeist sehr gut. Findet der Vierbeiner aber andere Dinge besser (Bälle, Spielzeuge, Stöcke, etc.) dann kann man das gleiche Training mit anderen Gegenständen durchführen!

Tendiert der Hund dazu alles hinunterzuschlingen, was er gefunden hat, dann empfiehlt sich systematisches Anti-Giftköder-Training!